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Die Bewertung von Risiken (Qualitative Risiken)

Nach erfolgter Identifikation der Risiken müssen diese bewertet werden. Dieser Schritt des RM Prozesses erlaubt, die Risiken in der Priorität der Massnahmen einzuordnen, Kosten (risk/reward) zu schätzen und relevante von nicht relevanten Risiken zu trennen. 
 
11.10.2021
In der Praxis und in der Theorie unterscheiden wir zwischen qualitativer und quantitativer Bewertung von Risiken. Für die qualitative Bewertung von Risiken (Risiken ohne verlässliche historische Daten) bietet sich ein in der Praxis bewährtes Konzept an: 

Werner Gleißner, „Risikomanagement im Unternehmen“, beschreibt sehr praxisnahe wie eine erste grobe Einschätzung qualitativer Risiken mithilfe einer 5-stufigen Relevanzskala die Komplexität einer Bewertung reduziert und damit erlaubt, niedrig exponierte Risiken zu identifizieren und mit geringerem Aufwand zu behandeln oder gänzlich auszuschliessen. Im Rahmen der späteren Risikobewältigung prioritärer Risiken sollten die Massnahmen so gesetzt werden, dass deren Aufwand in Relation zu der Relevanz steht. Dies sollte sich bei der Intensität von Überwachung, Dokumentation und Berichterstattung niederschlagen.


Relevanz Skala
 
 Relevanz                                                                  
1  Unbedeutendes Risiko Unbedentende Risiken, die weder Jahresüberschuss noch Unternemenswert spürbar beeinflussen.
2  Mittleres Risiko Mittlere Risiken, die eine spürbare Beeinträchtigung des Jahresüberschusses bewirken.
3  Bedeutendes Risiko Bedeutende Risiken, die den Jahresüberschuss stark beeinflussen oder zu einer spürbaren Reduzierung des Unternehmenswertes führen.
4  Schwerwiegendes
 Risiko
Schwerwiegende Risiken, die zu einem Jahresfehlbetrag führen und den Unternehmenswert erheblich reduzieren.
5  Bestandsgefährdendes
 Risiko
Bestandsgefährdende Risiken, die mit einer wesentlichen Wahrscheinlichkeit den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

(Relevanzskala nach W. Gleissner)